Felicitas

Felicitas Breest

In einer Musikerfamilie aufgewachsen, bin ich von Kindheit an mit dem Bühnenvirus infiziert worden.

Vermutlich deshalb habe ich es fast meine gesamte Schulzeit hindurch geschafft, das Theaterspielen als einziges Fach durchgehend in meinen Stundenplan einzubauen.

Natürlich auch während meiner Schauspielausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg, in der sich bald Gesang und Stimmbildung als weitere Schwerpunkte herauskristallisierten.

So führte mich mein Weg über erste Produktionsengagements unter anderem in Bremen als Mio in Lindgrens „Mio mein Mio“ (Regie I.Paulis ) 2002 , als Saskia in Odermatts „Der böse Onkel“ (UA) in Reutlingen (Regie U.Odermatt ) 2002, als Abigail in Millers  „Hexenjagd“ Freilichtspiele Chur (Regie U.Odermatt ) 2004, zu Festengagements im Ensemble des Südthüringischen Staatstheaters in Meiningen 2005 – 2009, des Theaters Krefeld-Mönchengladbach 2010 bis 2012 oder Gastengagements am Deutschen Nationaltheater Weimar 2012 und 2013.

Neben Rollen als Jelena in Tschechows „Onkel Wanja“ (Regie F.Solter), Helena in Goethes „Faust  II“ (Regie A.Haag), Eve in Kleists „Zerbrochener Krug“ (Regie M.Gehrt),  Desdemona in  Shakespeares „Othello“ (Regie M.Gehrt), Gwendolyn in Wildes „Bunbury“ (Regie.T Bruncken), Gräfin Orsina in Lessings „Emilia Galotti“ (Regie T.Bruncken), wurde ich auch immer wieder in musikalischen Produktionen besetzt, z.B. als Polly in Brechts „Dreigroschenoper“ (Regie T.Sosinka), als Fantine in Schönbergs Musical „Les Miserables“ (Regie J.Schildknecht) oder habe im Rahmen eines Schauspielprojekts von Büchners „Lenz“ (Regie F.Hänig) Lieder aus Schuberts „Winterreise“ gesungen.

Diese Produktion in Verbindung mit der Teilnahme an einem Meisterkurs von Prof. Cheryl Studer 2012 machte mir bewusst, dass ich meine bisherige Theaterarbeit unbedingt mit dem klassischen Gesang bereichern wollte.

Noch neben meiner Schauspielarbeit begann ich im selben Jahr eine klassische Gesangsausbildung bei Prof. Studer in Würzburg, die ich durch zahlreiche Meisterkurse bei ihr vertiefte. Gleichzeitig intensivierte ich mein Repertoirestudium in Zusammenarbeit mit Robin Phillips, Korrepetitor am Staatstheater Mannheim und Anahit Ter-Tatshatyan, Korrepetitorin am Theater Bielefeld.

Schon vorher hatte ich zusammen mit dem Pianisten Thomas Grubmüller klassische Liederabende mit Liedern von Schubert, Mahler, Wolf, Brahms, Britten u.a. entwickelt und aufgeführt und bereits seit 2010 sammelte ich erste Opernerfahrungen, etwa in einer Produktion von Mozarts „Zauberflöte“ (Regie I.Rahard) am Opernloft Hamburg, in der ich sowohl mit der Königin der Nacht als auch Papagena betraut wurde, oder in einer Kammerversion von Puccinis „Turandot“ (Regie A.Franz) an der Kammeroper Hamburg 2014, in der ich die Titelpartie sang.

Auf einer „Musikalischen Zeitreise durch fünf Jahrhunderte“ zum Reformationsjahr 2017 konnte ich darüber hinaus in der Zusammenarbeit mit George Kochbecks „GK-Ensemble“ die Vielgestaltigkeit des musikalischen, des singenden Ausdrucks ausloten und einsetzen. In diesem Zusammenhang fanden weitere Projekte statt, wie „Der Luther Code“ (2018) – Aus dem Leben Martin Luthers – oder „Die Tochter des Winterkönigs – Elisabeth v.d. Pfalz“ (2019) – mit Auszügen der Briefwechsel Elisabeths und René Descartes‘ -.

In den letzten Jahren entwickelte ich in Zusammenarbeit mit dem Pianisten Siegfried Gerlich Liedprogramme, die sich den Komponistinnen Clara Schumann und Alma Mahler-Werfel im Verhältnis zu ihren Ehemännern widmen oder in kammermusikalischer Weise Schuberts „Winterreise“ und Büchners Erzählung „Lenz“ verzahnen.

Eine neue Herausforderung ist die Vertonung der Liederzyklen des Gordon Sherwood. Sein hoch anspruchsvolles Liedschaffen gemeinsam mit der exzellenten Solopianistin Masha Dimitrieva der Welt zugänglich zu machen und als Uraufführung zu präsentieren wird eine große Aufgabe der nächsten Jahre sein.

Ganz besonders freue ich mich auf die Partie der „Nanetta“ in Verdis „Falstaff“, die ich im Rahmen der Immling Festspiele am Chiemsee im Sommer 2020 darbieten darf!